2010 (2): Juli bis Dezember
Dezember 2010
up up and away...
Abflug nach Frankfurt mit dem gerade erst vor ein paar Monaten eingeweihten A380.
November 2010
Besuch im SLZ Xi'an
Teracotta Armee
Besuch in Xi'an bei meinem Kollegen Helmut.
Erster Inter-Chamber-Mixer in Chongqing
Der erste Inter-Chamber-Mixer in Chongqing, organisiert von der Europäischen Handelskammer, der deutschen Handelskammer und der britischen Handelskammer. Ein Photo mit einer neuen Kollegin des Goethe Instituts, die seit kurzem für die Kulturarbeit zuständig ist.
Ausstellung von Fang Lijun
Besuch einer Ausstellung: Fang Lijun ist einer der bekanntesten chinesischen Künstler der Gegenwart, dessen Werke Millionen kosten und auch im Ausland gefragt sind. Nicht, dass ich etwas von Kunst verstehen würde....
"One of the leading proponents of the early 1990s Cynical Realist movement, Fang Lijun’s work encapsulates the disillusionment of China’s youth; a generation defined by the events at Tiananmen Square and China’s internal domestic policies. Constructed around loose narratives Fang’s images personalise sentiments of disenchantment, angst, and rebellion; his fictional suggestions conveyed through his illustrative style and re-occurring bald-headed protagonist".
Einführung in die deutsche Salatkultur
Beim Essen nach unserer Lehrerkonferenz in Frank's Wohnung. Es gab zur Auswahl: sechs verschiedene von Frank (Vegetarier) zubereitete Salate. Kalt und dann noch ohne Fleisch - dass muss ein Chinese erstmal verkraften! Aber mir hat's geschmeckt...
Hochzeit von Stefanie
Frank, Stefanie, Sandra: auf der Hochzeit einer unserer Lehrerinnen.
Oktober 2010
Treffen in der Zentrale des Goethe Instituts in München
Eine interessante (aber auch anstregende) Woche in München......
Lesung 'Ina aus China'
Mehr als 100 Studenten sind zu der heutigen Lesung Ina aus China gekommen.
"Als Siebenjährige kommt die Chinesin Yinna 1937 aus dem von den Japanern besetzten Schanghai nach Brandenburg und lebt als Pflegekind bei der verwitweten Frau von Steinitz. Ihr Vater, ein Freund der Familie von Steinitz, möchte das kleine Mädchen vor dem Krieg in Sicherheit bringen. Doch bald greift der Krieg ein zweites Mal in das Leben von Ina, wie sie in Deutschland genannt wird, ein. Der Roman erzählt von den Eingewöhnungs- schwierigkeiten und dem Alltag einer jungen Ausländerin in einer nazideutschen Kleinstadt zwischen 1937 und 1944, blendet aber auch zurück in die Schanghaier Kindheit und in das Peking der Jahrhundertwende. Im Verlauf ihres wechselvollen Lebensweges beginnt Ina zu begreifen, dass Begriffe wie »Freund«, »Feind«, »Heimat« im persönlichen Leben etwas ganz anderes bedeuten können als in der grossen Politik."
Mein (gefühlter) 546ster Umzug
Als mir meine nette Vermieterin per sms mitteilte, dass ich innerhalb von ein paar Tagen meine Wohnung räumen sollte, befand ich mich gerade in einem holprigen Bus am Ende der Welt in Sichuan. Da die Wohnungssituation in Chongqing alles andere als gut ist und meine Wunschwohnungen auf dem Campus erst Anfang 2011 beziehbar sind, habe ich mich für ein paar Monate in eine temporäre Bude eingemietet. Sicherlich nicht ganz optimal, aber die Wohnung liegt sehr gut (viele kleine Restaurants und Shops und Banken vor der Haustür und in unmittelbarer Nähe zu der Uni) und ist auch sauber, wenn auch sehr einfach. Die kleine Wohnung hat zwei Mini-Schlafzimmer, da in der Gegend hauptsächlich Studenten wohnen und sich die Wohnungen teilen. Die Küche ist aber sehr nett und das Badezimmer hat leider nur ein für Chongqing typisches Plumsklo. Das Haus wurde zwar erst vor etwa sechs Monaten fertiggestellt, aber trotzdem gibt es keine westlichen Toiletten, wie auch in vielen anderen neuen Gebäuden nicht.
September 2010
Beijing
Schnell noch am letzten Tag einen Eintrag machen, bevor auch der September schon wieder vorbei ist...mit einem Bild von unserem Jahrestreffen in Peking.
Juli 2010
Zum Heulen...
Die Qualität der Wohnungen in Chongqing ist nichts anderes als eine Katastrophe und noch schlechter, als ich sie in vielen anderen Städten China's erlebt habe. Nach kürzester Zeit sehen ganze Gebäudekomplexe, die gerademal vor wenigen Monaten fertiggestellt wurden, aus, als ob sie die nächsten zwei Jahre nicht überstehen würden.
Ein Beispiel: so sehen die Wände in meiner Wohnung aus, die gerade mal ein Jahr alt ist: die Farbe an den Wänden blättert ab, darunter zum Vorschein kommt der blanke, kalte Beton. Die Feuchtigkeit frisst sich durch das ganze Haus, und von aussen sieht es auch nicht anders aus. Dass man hier im Winter nicht vernünftig heizen kann, versteht sich von selbst.
Seit geraumer Zeit staut sich auch nach jedem Duschgang das Wasser und leckt dann durch die Decke bei den Bewohnern in der Wohnung unter mir. Etliche Versuche meines Vermieters, das Problem zu beheben, sind bisher fehlgeschlagen. Nun wurde gestern mein ganzes Badezimmer auseinandergenommen, der Boden entfliesst und neu betoniert. Das Konzept einer Mietminderung kennt man hier allerdings nicht.
Natürlich sind die Kauf- und Mietpreise noch sehr günstig im Vergleich zu den westlicheren Provinzen, allerdings bekommt man dafür auch wirklich nur einen lachhaften materiellen Gegenwert. Die Chinesen scheint dies allerdings nicht zu sehr zu stören, denn die meisten Leute sehen den Kauf einer Wohnung als reines Spekulationsobjekt an. Für die Ewigkeit baut hier niemand. Und sie scheinen Recht zu haben. Meine Wohnung ist seit meinem Einzug um etwa 30% im Wert gestiegen....wen interessieren da feuchte Wände!
Die Deutschen...
...aus der Sicht von unseren jungen Kursteilnehmern. Im Unterricht habe ich gestern eine Umfrage unter Jugendlichen in Deutschland als Grundlage genommen, um den Chinesen etwas über die Einstellungen und das Lebensgefühl von jungen Menschen in der Bundesrepublik zu vermitteln. Die Kursteilnehmer sollten zuerst die möglichen Antworten selber ordnen und spekulieren, worauf Jugendliche in Deutschland wohl am meisten Wert legen, was ihnen am wichtigsten ist. Das Ergebniss war dann (wie erwartet) durchzogen von klassischen deutschen Stereotypen: 'Geschichtsstolz', gefolgt von 'Recht und Ordnung' und 'Fleiss und Ehrgeiz'. Ganz zum Schluss dann erst die Familie und die Freunde. Diese Bild widerspiegelt allerdings durchaus das Bild, welches viele noch von uns Deutschen haben...