Reisebericht Kambodscha Juli / August 2011
Auf Reisen mit Herrn Oliver H. (wenn das mal gut geht...)
Es ist gut gegangen, mit der einen Einschränkung, dass ich am letzten Tag der Reise meine Kamera in meinem Hotelzimmer in Bangkok habe liegenlassen. Ärgerlich. Deshalb gibt es diesmal leider nicht so viele Bilder.
Unsere Reiseroute (alles per Bus)
Wie man sieht haben wir einige Kilometer zurückgelegt.
Die ganze Reise dauerte 16 Tage, von denen wir aber insgesamt 3 Tage in Bangkok verbracht haben. Hier gibt es nun einen kleinen Überblick über die verschiedenen Stationen.
1. Bangkok nach Battambang
Der grosse 'Empfangsbogen' in Poipet an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha: Königrech Kambodscha. Dahinter sieht man eines der vielen Spielcasinos.
Busfahrt vom Nordbahnhof in Bangkok nach Aranyaprathet, der Grenzstadt zu Kambodscha. Die Busfahrt mit einem öffentlichen Bus dauerte etwa vier Stunden und war, bis auf die auf hochtouren laufende Klimaanlange, welche den vorderen Teil des Busses in einen Eisschrank verwandelte, recht angenehm. In Aranyaprathet angekommen, liessen wir uns - nach einer kurzen Stärkungspause - von einem Tuk Tuk noch etwa zehn Minuten an die eigentliche Grenze fahren. Vorher versuchte der Tuk Tuk Fahrer jedoch gleich zweimal uns hinter's Licht zu führen, indem er jeweils an zwei verschiedenen falschen Grenzübergängen hielt, wo wir bereits erwartet wurden. Beide male versuchte man uns klarzumachen, dass wir nun auszusteigen hätten, um unsere Visaformulare auszufüllen und die Visagebühr von etwa 20 USD zu zahlen (ein Visa für Kambodscha bekommt man tatsächlich innerhalb von fünf Minuten an der Grenze ausgestellt, aber an der richtigen Grenze!).
Einmal am richtigen Übergang angekommen, verlief die Prozedur auch reibungslos und wir konnten innerhalb von ein paar Minuten ganz locker per Fuss die Grenze in das Königreich Kambodscha überschreiten. Die Stadt auf der anderen Seite nennt sich Poipet und hier gibt es aussser ein paar Spielcasinos, die wohl hauptsächlich von Thais frequentiert werden, nicht sehr viel zu sehen.
Gleich hinter der Grenze geht es dann mit einem Shuttle Bus weiter zum Busbahnhof von Poipet, wo man sich dann für eine Weiterfahrt nach entweder Phnom Penh, Siem Reap oder Battambang entscheiden kann. Unser Ziel hiess Battambang, jedoch haben wir zusammen mit Chris, einem Amerikaner, der uns seit Bangkok auf den Fersen war, gemeinsam ein Taxi genommen, was mehr oder weniger auf's gleiche rauskam.
Die Fahrt dauerte etwa 3 Stunden und der Zustand der Strasse war erstaunlich gut, angesichts der Tatsache, dass die Infrastruktur in Kambodscha einen sehr schlechten Ruf geniesst und die Strasse noch vor nicht so langer Zeit nur aus Schutt und Geröll bestand (laut Reiseführer und laut Chris, der die Strecke vor vier Jahren bereits einmal abgefahren ist). Nach unserer Ankunft suchten wir uns dann eine Unterkunft für die Nacht und landeten schliesslich im Royal Hotel. Übernachtungen in Kambodscha waren im übrigen überall sehr günstig. Für rund 15 bis 25 US Dollar pro Nacht (in Kambodscha ist der USD neben dem Real eine Art Landeswährung) haben wir in allen Orten recht angenehme Einzel- oder Doppelzimmer bekommen, die Hotels hatten auch so gut wie alle einen kleinen Pool. In Kambodscha zählen Hotels in dieser Preisklasse schon zur Mitteklasse, viele Backpacker finden hier durchaus Übernachtungsmöglichkeiten für 5 bis 10 USD pro Nacht.
2. Battambang
Blick aus unserem Hotelfenster. Dieses Bild habe ich im Netz gefunden. Es zeigt denselben Blick, den auch wir hatten. Das Guest House mit dem schönen Namen 'Hotel Royal' mit Blick auf den Markt und das 'Central Office Of Means'
Battambang, die mit 250.000 Einwohnern zweitgrösste Stadt in Kambodscha liegt am Sangker Fluss und hat eher den Charme einer südostasiatischen Kleinstadt (wobei selbst Phom Penh - die Hauptstadt - nicht mal ansatzweise zu vergleichen ist mit anderen asiatischen Grosstädten). Der Grund für unseren Stop hier war eigentlich, dass wir am nächsten Tag mit dem Boot weiter nach Siem Reap fahren wollten. Die Flussfahrt dauert zwar recht lange (was vor allem auch vom jeweiligen Wasserstand abhängt), soll jedoch sehr schön sein, da man an diversen schwimmenden Dörfern und Märkten vorbeischippert. Das war der Plan.
Am Ende hatten wir jedoch nach einer langen Nacht einen so dicken Kopf, dass wir das mit dem Boot leider nicht geschafft haben (wir hätten um 6 Uhr aufstehen müssen...). Der Abend fing eigentlich ganz ruhig an, in einem kleinen Restaurant gegenüber unseres Hotels. Danach ging es dann mit dem Tuk Tuk weiter in eine lokale Gaststätte, dann in die 'Riverside Terrace', eine kleine Bar am Flussbett des Sangker (die 'Bar' bestand in der Tat aus nichts weiter als einer kleinen Terasse auf einer Bambushütte, war aber sehr idyllisch) und am Ende landeten wir irgendwo in der Pampa (so genau wussten wir auch nicht mehr wo wir waren) in einer lokalen Khmer Disco. Das war allerdings auch sehr interessant, da man hier mal die Möglichkeit hatte, die jungen Leute auf dem Land (Männlein und Weiblein und alles dazwischen!!) beim feiern zu beobachten.
Am Eingang zu der Disco fiel uns dann auch zum ersten Mal eines dieser Waffenverbotsschilder auf, welche man in Kambodscha in fast allen Hotels und öffentlichen Gebäuden findet. Das Schild mit den durchgestrichenen Pistolen, Granaten und Gewehren zeigt, dass das Land immer noch nicht ganz in der Normalität angekommen ist.
Es war allen in allem ganz nett in Battambang, auch wenn die Stadt ansich nicht wirklich eine Reise Wert ist. Abgehakt. Es ging dann weiter mit einem grossen Bus, vollgestopft mit westlichen Touristen und einigen locals nach Siem Reap.
3. Siem Reap - Angkor Wat
Wie alle Photos auf dieser Seite musste ich mich leider im Netz 'bedienen'. Das tut weh, denn ich hatte so viele toole Photos gemacht. Auf dem Bild hier die Tempelanlage Angkor Wat.
Siem Reap ist natürlich in erster Linie bekannt für die grösste Tempelanlage der Welt - Angkor Wat. Damit ist die Stadt seit etwa zehn Jahren ein echter Magnet für Touristen aus der ganzen Welt. Während es bis Ende der 90er Jahre noch zu gefährlich war, das Land zu besuchen, hat sich die Lage seitdem extrem verbessert und der Tourismus entwickelt sich nun zügig, auch wenn Kambodscha noch weit hinter dem benachbarten Thailand oder sogar Vietnam zurückliegt.
Zuerst ein paar Worte zu der Stadt. Aufgrund des Tourismus hat sich Siem Reap zu einer echten Partystadt entwickelt, anders kann man es nicht sagen. Vor allem die vielen Backpacker und Durchreisende sorgen jeden Abend für prächtige Stimmung in einer der vielen Bars und Kneipen. Die Stadt ist auch sehr schön und - anders als in Battambamg - wurde offensichtlich auch sehr viel Geld in die Restauration der alten Gebäude gesteckt, die nun die vielen schicken Cafes und Geschäfte beherrbergen. In Siem Reap kann man locker ein paar Tage verbringen und sich gut erholen, mit dem Moped oder Fahrrad durch die Gegend düsen, sich von Fischen die Füsse massieren lassen (Dr. Fish - in der Tat sehr lustig!) oder sich einfach am Hotelpool erholen. Die Stadt hat uns auf jeden Fall gefallen.
An dieser Stelle muss man leider auch auf die Armut hinweisen die einem nicht erst hier begegnet, sondern wirklich überall im Land. Überall sieht man bettelnde Kinder und vom Krieg oder von Landminen verkrüppelte Menschen. Das Problem der Landminen ist wirklich extrem, noch heute liegen viele dieser Minen im Land zerstreut und fordern ihre Opfer. Dazu kommt die extreme Armut, viele Menschen leben von weniger als 20 USD pro Monat. Jeder Reisende, der das Land besucht, muss in Kauf nehmen, dass man beim Essen oder auf der Strasse konstant belagert wird, dass um Geld gebettelt wird oder versucht wird, einem etwas anzudrehen. Dieser Anblick ist nicht immer leicht, und es ist auch nicht immer leicht zu entscheiden, wie man handeln soll.
Von Siem Reap fährt man rund 15 Minuten mit dem Tuk Tuk zu der Tempelanlage, die so riesig ist, dass man mehrere Tage braucht, um alles zu sehen. Dies war jedoch nicht unser Ziel. Uns reichte ein eintägiger Besuch, es ging uns eher darum, einen Eindruck zu bekommen. Wir hatten uns dann für den ganzenTag ein Tuk Tuk samt Fahrer gemietet (12 USD), der uns zuerst nach Angkor Wat fuhr, danach nach Angkor Thom (noch schöner!) und schliesslich noch einer dritten Anlage. Abgesehen davon, dass es ein brutal heisser Tag war und ich mir einen guten Sonnenbrand eingefangen habe, war es wirklich ein super Erlebniss und die Reise Wert. Ich empfehle an dieser Stelle einfach mal Google Bilder aufzurufen und sich dort ein paar Photos von Angkor Wat anzusehen, um einen besseren Eindruck zu bekommen.
4. Phom Penh
Eines der vielen Cafes in Phom Penh, hier kann man in gemütlichen Sesseln ablungern, Kaffee trinken und Zeitung lesen. Sobald man dann fertig ist, wird man von den Tuk Tuk Fahrern belagert, die einen für 2 oder 3 USD irgendwohin fahren wollen.
In Phnom Penh blieben wir nur zwei Tage. Hier sind wir im Asia Hotel untergekommen, einem chinesischen Hotel in der Stadtmitte. Phom Penh hat uns ganz gut gefallen, doch war Siem Reap weitaus entspannter. Die Stadt liegt am Tonle Sap, einem grossen Fluss, und an der Wasserfront findet man viele kleine Restaurants. Hier spielt sich auch das Nachtleben ab. Der Königspalast ist auch ein Besuch wert, wie auch das Nationalmuseum. Ansonsten lohnt sich einfach ein Spaziergang durch die Strassen und Gassen, um die Atmosphäre der Stadt ein wenig aufzusaugen. Wirklich viele andere Sehenswürdigkeiten hat die Stadt nicht zu bieten. Obwohl Phom Penh eine Hauptstadt ist, findet man hier keine hohen Gebäude, keine Hochstrassen oder Verkehrsstaus. Vielleicht sah Bangkok in den 60er Jahren so aus.
Am erstem ersten Tag besuchten wir noch die sogenannten Killing Fields, auf denen tausende von Menschen dank Pol Pot ihr Leben verloren während der Khmer Rouge Periode (1975 bis 1979). Ein Besuch im Tuol Sleng Genocide Museum haben wir uns dann gespart, denn danach war uns einfach nicht mehr zumute. Diese Gedenkstätte befindet sich in einer Mittelschule, in welcher tausende von Menschen gefoltert wurden, bevor sie dann auf den Killing Field auf bestialische Weise ermordet wurden. Am Nachmittag stand dann schliesslich noch ein Besuch auf einer Shooting Range an, wo sich O.H noch etwas austoben konnte.
Das nächste Ziel der Reise war schliesslich die Küste von Kambodscha: Sihanoukville. Wieder fuhren wir ein paar Stunden mit dem Bus, diesmal gen Westen, bis wir am letzten Ort unserer Kambodscha - Rundreise angekommen waren.
5. Sihanoukville
Der Strand von Sihanoukville. Das Wasser hatte paradiesische Temperaturen...
Der Höhepunkt der Reise. Endlich keine Busfahrten mehr, kein Sightseeing und kein Frühaufstehen. Sihanoukville liegt am Golf von Thailand und hat ein paar recht schöne Strände zu bieten. An den ersten beiden Tag hatten wir leider etwas Pech mit dem Wetter, da gerade ein Taifun irgendwo über Nordvietnam tobte und die Ausläufer bis zu uns rüberkamen, doch gestört hat uns dies nicht im geringsten, denn sehr warm war es allemal und an die täglichen tropischen Regengüsse hatten wir uns auch schon gewöhnt. Der Tourismuss an der Küste ist noch nicht sehr entwickelt und daher ist diese Gegend noch so etwas wie ein Geheimtip für Strandliebhaber in Asien (zumindst für solche, die auch ohne 4 Sterne Komfort auskommen können). Grosse Hotelanlagen findet man hier (noch) nicht, stattdessen aber viele nette kleine Gästehäuser und Mini-Hotels. Unser Gästehaus nannte sich Orchidee Guesthouse, wurde von einem Belgier gemanaged und war (bis auf das Frühstück) sehr schön. Der Fussweg zum Strand betrug in etwa 300 Meter. In Sihanoukville haben wir es uns dann etwa 6 Tage gutgehen lassen und unsere Zeit mit schwimmen, lesen, trinken, essen und Massagen verbracht. Leider verging die Zeit viel zu schnell.